Die wohl faszinierendste Tatsache über das Salzbergwerk Wieliczka ist, dass es eines der ältesten durchgehend betriebenen Salzbergwerke der Welt war. Vom 13. Jahrhundert bis 1996 wurde hier ununterbrochen Speisesalz gefördert. Diese unglaubliche Beständigkeit bedeutet, dass die Anlage über 700 Jahre lang ein aktiver Industriestandort war, bevor sie in das historische Denkmal umgewandelt wurde, das Besucher heute erleben. Seine tiefgreifende Geschichte wird nur von seiner beeindruckenden Tiefe und seinen Kunstschätzen übertroffen.
Wie alt und tief ist das Bergwerk?
Die Geschichte des Salzabbaus in dieser Region ist uralt. Während die ersten Schächte für den Abbau von Steinsalz im 13. Jahrhundert gegraben wurden, reicht die Nutzung von Oberflächensole sogar bis in die Jungsteinzeit zurück, etwa 3500 v. Chr. Das Bergwerk selbst erreicht eine maximale Tiefe von 327 Metern (1.073 Fuß) und ist damit tiefer, als der Eiffelturm hoch ist. Das Labyrinth aus Stollen und Gängen erstreckt sich über 287 Kilometer (178 Meilen), von denen Besucher jedoch nur einen kleinen Teil dieses riesigen Netzwerks erkunden.
Ein UNESCO-Weltkulturerbe
Die immense kulturelle und historische Bedeutung des Bergwerks wurde früh erkannt. Im Jahr 1978 wurde das Salzbergwerk Wieliczka als eine von nur 12 Stätten – darunter auch die Krakauer Altstadt – in die allererste Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Diese Auszeichnung unterstreicht seinen außergewöhnlichen universellen Wert als Denkmal für jahrhundertelange Bergbaugeschichte und Kunstfertigkeit.
Überraschende Fakten über das Salzbergwerk Wieliczka
Abgesehen von seinem Alter und seiner schieren Größe birgt Wieliczka viele Geheimnisse und überraschende Details. Von unterirdischen Kapellen und Seen bis hin zu einem einzigartigen Mikroklima ist das Bergwerk voller Wunder, die sowohl menschlichen Erfindergeist als auch beeindruckende Naturphänomene offenbaren.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Betriebsgeschichte: Ununterbrochene Förderung von Speisesalz vom 13. Jahrhundert bis 1996.
- Gesamttiefe: Erreicht an der tiefsten Stelle 327 Meter (1.073 Fuß).
- Länge der Stollen: Über 287 Kilometer (178 Meilen) an Gängen auf neun Ebenen.
- Tiefe der Touristenroute: Die Standard-Touristenroute führt Besucher bis in eine Tiefe von 135 Metern (443 Fuß).
- Konstante Temperatur: Die Temperatur unter Tage liegt ganzjährig stabil bei 17–18 °C (62-64 °F).
- Anzahl der Kapellen: Bergleute haben im Laufe der Jahrhunderte über 20 Kapellen aus dem Salzgestein gehauen.
- St.-Kinga-Kapelle: Für diese prächtige Kapelle mussten 20.000 Tonnen Steinsalz abgetragen werden; ihre Fertigstellung dauerte Jahrzehnte.
- Unterirdisches Sanatorium: Seit 1964 beherbergt das Bergwerk einen Kurort, der sein einzigartiges Mikroklima zur Behandlung von Atemwegserkrankungen nutzt.
- Berühmte Besucher: Zu den namhaften Gästen zählten Nikolaus Kopernikus (1493), Johann Wolfgang von Goethe und Fryderyk Chopin.
- Letzte Pferde: Das letzte Grubenpferd, Baśka, verließ das Bergwerk im Jahr 2002 und beendete damit eine jahrhundertelange Tradition des Pferdeeinsatzes für den Transport.
Ist wirklich alles aus Salz gemacht?
Fast alles, was Sie auf der Touristenroute sehen, ist aus dem anstehenden Steinsalz gehauen. Dazu gehören Wände, Böden, Statuen, kunstvolle Altäre und sogar die glitzernden Kronleuchter in den Kapellen, die aus gereinigten und wieder auskristallisierten Salzkristallen gefertigt wurden. Die natürliche Farbe des Steinsalzes ist ein Grauton, der eher an Granit erinnert als an das reine Weiß, das man vielleicht erwartet. Die einzigen wesentlichen Ausnahmen sind die hölzernen Stützkonstruktionen, deren hoher Bedarf vor Jahrhunderten zur Abholzung der umliegenden Wälder führte.
Die St.-Kinga-Kapelle
Der unbestrittene Höhepunkt des Bergwerks ist die St.-Kinga-Kapelle in 101 Metern Tiefe. Diese gewaltige Kammer ist in Wirklichkeit eine vollständige unterirdische Kirche. Jedes einzelne Element – von den detailreichen Altären und Heiligenfiguren über die kunstvollen Kronleuchter bis hin zu einem Flachrelief von Leonardo da Vincis „Das letzte Abendmahl“ – ist aus Salz gehauen. Ihre Entstehung ist ein Zeugnis des tiefen Glaubens und der unglaublichen Kunstfertigkeit der autodidaktischen Bergmann-Bildhauer, die jahrzehntelang an ihr arbeiteten.
Häufig gestellte Fragen
Darf man die Wände des Salzbergwerks ablecken?
Ja, die Guides ermutigen die Besucher oft, die Wände zu berühren und zu probieren, um sich davon zu überzeugen, dass sie tatsächlich aus Salz bestehen. Da das Steinsalz von Natur aus grau ist und wie Gestein aussieht, gehört das Kosten zum Erlebnis dazu.
Gibt es einen unterirdischen See im Salzbergwerk Wieliczka?
Ja, das Bergwerk beherbergt mehrere unterirdische Seen mit extrem hohem Salzgehalt. Die Sole ist so dicht, dass man darin kaum untergehen kann. Die Seen werden für die Besucher beleuchtet und tragen zur geheimnisvollen und wunderschönen Atmosphäre der Mine bei.
Wie viele Stufen muss man steigen?
Die Tour beginnt mit einem Abstieg über eine Holztreppe mit rund 380 Stufen zur ersten Ebene. Insgesamt sind auf der gesamten Touristenroute etwa 800 Stufen zu bewältigen. Die Rückfahrt an die Oberfläche erfolgt jedoch bequem mit einem modernen Hochgeschwindigkeitsaufzug.
Sind Sie bereit, diese unterirdische Wunderwelt zu erkunden? Buchen Sie Ihre Tickets am besten im Voraus, um sich Ihren Platz zu sichern und die Magie von Wieliczka selbst zu erleben.